Evolutionärer Humanismus

“Wir sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern die Neandertaler von morgen”. Die Giordano-Bruno-Stiftung vertritt die Position des „Evolutionären Humanismus“, die Mitte des letzten Jahrhunderts von dem bedeutenden Evolutionsbiologen und ersten Generaldirektor der UNESCO, Julian Huxley, formuliert wurde. Im Auftrag der Stiftung wurden Huxleys Ideen u.a. im „Manifest des evolutionären Humanismus“ (2005) sowie in “Hoffnung Mensch” (2014) wieder aufgegriffen und auf den Stand der heutigen Forschung gebracht.

Foto: Fabiana, flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Stiftungsname

Giordano Bruno wurde 1600 nach sieben finsteren Kerkerjahren auf dem Scheiterhaufen der „Heiligen Inquisition“ verbrannt. Er hatte das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild in einer bis dahin unerreichten Schärfe verworfen und das Dogma der Sonderstellung von Menschheit und Erde im Kosmos durch seine Theorie des „unendlichen Universums“ und der „Vielheit der Welten“ in weit dramatischerem Maße entzaubert als Galilei, der nur wenige Jahre später (mit freundlicherem Ausgang) in die Hände der Inquisition geriet.

10 Fragen und Antworten

Der gestiegene Bekanntheitsgrad der Giordano-Bruno-Stiftung löste als Gegenreaktion eine beträchtliche Anzahl kritischer, mitunter sogar offen diffamierender Medienberichte aus. In den meisten Fällen stammten die besonders harschen Verrisse aus der Feder von Theologen, was für die Leser, Zuhörer oder Zuschauer jedoch meist nicht erkennbar war, da sich die voreingenommenen Kritiker hinter der Maske unabhängiger Berichterstatter versteckten. Auf diese Weise schlichen sich einige Fehldeutungen im Hinblick auf die Giordano-Bruno-Stiftung ein, die sich auch in etlichen Anfragen an den Stiftungsvorstand widerspiegelten. Nachfolgend finden Sie Antworten auf zehn häufig gestellte Fragen.

Pluralität ist eine Stärke – keine Schwäche

In den letzten Jahren erreichten den gbs-Vorstand immer wieder Schreiben von Journalisten, Politikern und gbs-Mitgliedern, die Aussagen oder Handlungen einzelner gbs-Beiräte scharf kritisierten und deren Ausschluss aus der Stiftung forderten. Da derartige Beschwerden in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 gehäuft auftraten, verfasste der Vorstand eine Stellungnahme, die die Leitlinien der Stiftungspolitik erklärt

Das humanistische “Glaubensbekenntnis”

Humanisten kennen keine “heiligen Schriften”, keine unantastbaren Propheten, Priester oder Philosophen, die den Zugang zur “absoluten Wahrheit” besitzen. Woran also “glaubt” ein Humanist? Im Grunde ist die Antwort bereits im Begriff “Humanismus” enthalten: Humanisten glauben an den Menschen – genauer: an die Entwicklungsfähigkeit des Menschen. Sie vertrauen darauf, dass die Menschheit lebensfreundlichere, freiere und gerechtere Verhältnisse herstellen kann, als wir sie heute vorfinden. Wer prinzipiell die Möglichkeit einer Verbesserung der Lebensverhältnisse ausschließt, ist kein “Humanist”, sondern “Zyniker”.

Zehn (An-)Gebote

Wer die “heiligen Texte” der “Hochreligionen” unvoreingenommen analysiert, kommt zu dem Ergebnis, dass diese insgesamt weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder halbwegs zivilisierten Gesellschaft stehen. Historisch ist dies verständlich: Denn wie auch hätten die Menschen, die vor vielen, vielen Jahrhunderten die “Heiligen Schriften” zu­sammenreimten, Grundrechte formulieren können, die erst auf einer sehr viel späteren Stufe der kulturellen Evolution entwickelt werden konnten? Im “Manifest des evolutionären Humanismus” wurden daher den “Zehn Geboten der Bibel” die “Zehn Angebote des Evolutionären Humanismus” gegenübergestellt.